Gaddafis Geisterstadt

31. Oktober, 2011
All 30.000 Einwohner sind aus Angst vor Racheaktionen aus der Stadt Tawargha geflohen.

All 30.000 Einwohner sind aus Angst vor Racheaktionen aus der Stadt Tawargha geflohen.

Die Stadt Tawargha lag zwischen den Fronten der libyschen Revolution – Misrata im Norden und Sirte im Süden. Bis August lebten hier 25.000 dunkelhäutige Libyer. Unter Gaddafi waren sie Diskriminierung durch die restliche Bevölkerung ausgesetzt. Gaddafi hat sich ihre Loyalität erkauft. Viele von ihnen haben für ihn gekämpft. Misrata wurde von hier angegriffen. Aus Angst vor Racheaktion der Rebellen sind die Tawarghis aus ihrer Heimatstadt geflohen. Heute werden sie willkürlich bedroht und verfolgt.

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Warum Krieg fotografieren?

11. Oktober, 2011
Im Abu Salim Krankenhaus in Tripolis kümmern sich Freiwillige um Leichen, die dort vermutlich vom Krankenhauspersonal zurück gelassen wurden.

Im Abu Salim Krankenhaus in Tripolis kümmern sich Freiwillige um Leichen, die dort vermutlich vom Krankenhauspersonal zurück gelassen wurden.

Es ist ein verstörendes Bild, das sich im Abu Salim Krankenhaus in Tripolis bietet. In der Auffahrt, im Foyer, im Keller: überall verwesen Tote auf Krankenliegen. Der Gestank ist unerträglich. Vielleicht wurden sie vom fliehenden Krankenhauspersonal zum Sterben zurück gelassen, vielleicht wurden sie in ihren Betten exekutiert. Niemand weiß es genau. Aber hier zeigt sich, wie erbarmungslos in den letzten Tage der Revolution in Libyen gekämpft wurde.

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Gaddafis Folterkommandos

10. Oktober, 2011
In einem Schiffscontainer, dem ort seiner Folter, zeigt Mohammed Tarhuni die Narben, die seine Peiniger ihm zugefügt haben.

In einem Schiffscontainer, dem ort seiner Folter, zeigt Mohammed Tarhuni die Narben, die seine Peiniger ihm zugefügt haben.

Polizei und Militär waren dem libyschen Machthaber nicht genug: Um die Revolution in seinem Land niederzuschlagen, setzte er auf besonders brutale Einheiten. Sie sperrten ihre Opfer in Schiffscontainer ein, folterten sie und ließen sie in der Hitze der Container verdursten und ersticken.

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Zwei Wochen Freiheit in Syrien

08. Juli, 2011

Syrien erlebt wohl eine der brutalsten Niederschlagungen der Aufstände des Arabischen Frühlings. Die syrische Regierung bringt die Rufe nach Freiheit mit militärischer Härte zum Schweigen. Augenzeugen berichten von willkürlichen Verhaftungen, niedergebrannten Häusern und Feldern und Schüssen auf unbewaffnete Demonstranten. Mehr als 1.300 Menschen sollen in den vier Monaten des Aufstands in Syrien umgekommen sein.

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Die Medevac-Kontroverse

01. März, 2011
Amerikanische Soldaten tragen einen verwundeten Afghanen in einen Medevac-Hubschrauber der US-Army.

Amerikanische Soldaten tragen einen verwundeten Afghanen in einen Rettungshubschrauber der US-Army. Der Afghane wird in ein Krankenhaus auf dem Militärstützpunkt Kandahar transportiert. Foto: Daniel Etter

Innerhalb einer Woche haben drei große nordamerikanische Publikation Reportagen über Flugsanitäter der US Army veröffentlicht. James Nachtwey hat sie für das Time Magazine fotografiert, Tyler Hicks für die New York Times und Louie Palu hat seine Geschichte im Toronto Star publiziert. Auf BagNewsNotes hat Michael Shaw daher gefragt, ob wir hier einen Erfolg der PR-Abteilung des US-Militärs sehen, die der Öffentlichkeit Bilder von heroischen Rettungsaktionen zeigen und von Kampftruppen ablenken will. Ich war etwa zur selben Zeit mit Flugsanitätern der US Army embedded. Im Militärjargon nennt man sie Medevac – was die Abkürzung für medical evacuation ist. Matt Lutton von Dvafoto hat mich um meine Meinung zu dieser Häufung an Medevac-Geschichten gebeten, die hier ins Deutsche übersetzt ist.

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Kreativ finanziert

08. November, 2010
Homepage von emphas.is.

Homepage von emphas.is.

Zugegeben, die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts erscheint wie ein journalistische Wunderland. Fotografen und Schreiber, so erzählt man, wurden von Magazinen und Zeitungen für noch so kleine Geschichten wochenlang auf Recherchereisen geschickt, über Spesen sprach man nicht und freie Journalisten wurden fürstlich bezahlt.

Und dann kam das Internet.

Seitdem brechen Auflagen ein, Titel werden eingestellt, Honorare zusammengestrichen und aufwendige Recherchen lassen sich plötzlich nicht mehr bezahlen. Die Demokratie sein in Gefahr, verkünden Apologeten des journalistischen Untergangs, und Fotojournalismus schon lange tot.

Also keine gute Zeit für ambitionierte dokumentarische Fotoprojekte? Doch, eine ziemlich gute sogar. Nie zuvor gab es so viele Möglichkeiten, ein großes Publikum zu erreichen. Nie zuvor gab es so viele ambitionierte Projekte. Dafür reicht ein Blick auf das Online-Magazin burn.  Und das mit der Finanzierung, das ist vermutlich auch nicht schlechter als noch vor zehn Jahren – zumindest, wenn man außerhalb der traditionellen Finanzierungsmodelle denkt. Mit dem Internet ist das Publikationsmonopol von Verlagen gefallen und damit auch der Hauptgrund für die guten Einnahmen in prä-digitalen Zeiten. Das bedeutet natürlich, dass weniger Geld von dort kommen kann, aber theoretisch auch das mehr Geld aus anderen Quellen zur Verfügung steht. Da muss man nur irgendwie drankommen.

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Kaschmir – die vergessene Front

09. Oktober, 2010
Im Sommer 2010 sind über 100 Menschen durch die Sicherheitskräfte getötet worden - die meisten davon unbewaffnete jugendliche Demonstranten. Mohammad Salim, 19, wurde laut Angaben seiner Familie von einer Schrotkugel im Auge getroffen als die Polizei auf Demonstranten geschossen hat.

Mohammad Salim, 19, wurde laut Angaben seiner Familie von einer Schrotkugel im Auge getroffen als die Polizei auf Demonstranten geschossen hat.

Der Weg zu Frieden in Afghanistan führt durch Kaschmir. Doch im Sommer 2010 scheint eine Lösung des Konflikts in weiter Ferne zu sein. Die Situation im Tal im Norden Indiens ist weiterhin angespannt. Fast jeden Tag kommt es zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Steine werfenden Jugendlichen und der Polizei. In diesem Sommer sind mehr als 100 Menschen bei Protesten umgekommen – die meisten davon unbewaffnete Demonstranten.

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Multimediale Experimente

12. Mai, 2010

Nach langer, einsamer Arbeit vor dem Computer ist das erste multimediale Projekt auf unum veröffentlicht. “Die verlorenen Kinder Afghanistans” ist eine multimediale Aufbereitung einer Reportage über minderjährige afghanische Flüchtlinge in Griechenland. Text und Fotos sind bereits in verschiedenen Tageszeitungen erschienen. Die Musik für diese Slideshow stammt von Sascha Jatho.

Ein afghanischer Flüchtling wartet am Hafen von Patras auf seine  Chance unbemerkt auf ein Fähre nach Italien zu kommen.

Ein afghanischer Flüchtling wartet am Hafen von Patras auf seine Chance unbemerkt auf ein Fähre nach Italien zu kommen.

Die Idee hinter diesem Projekt und damit hinter unum ist Geschichten tatsächlich multimedial zu erzählen. Also Bild, Video, Musik und Text zu verbinden und eine Einheit zu schaffen. “Die verlorenen Kinder Afghanistans” ist der erste Versuch, in diese Richtung zu gehen.

Für die Zukunft ist geplant, Video- und Audioaufnahmen einzubinden. Außerdem sollen Fotografen, Autoren und Filmer für unum gewonnen werden. Das hier soll keineswegs eine reine Ich-Ag seien.

unum ist vieles in einem: Magazin, Agentur, Produktionsfirma. Als Magazin wird es vermutlich nie ein großes Publikum erreichen und Produktionen werden nicht im Tages- (vermutlich auch nicht im Wochen-) rhythmus veröffentlicht. Es ist ein Experiment, um zu sehen, was funktioniert, was irritert, was unterhält und was langweilt. Kritik ist erwünscht.

Die verlorenen Kinder Afghanistans

12. Mai, 2010
Rola, 14, wohnt mit anderen afghanischen Flüchtlingen in einem verlassenen Boot am Hafen von Patras.

Rola, 14, wohnt mit anderen afghanischen Flüchtlingen in einem verlassenen Boot am Hafen von Patras.

In Griechenland sitzen tausende afghanische Jungen mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft fest. Sie leben dort unter unmenschlichen Bedingungen. Andere Länder in der Europäischen Union schieben die Verantwortung von sich.n Griechenland sitzen tausende afghanische Jungen mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft fest. Sie leben dort unter unmenschlichen Bedingungen. Andere Länder in der Europäischen Union schieben die Verantwortung von sich.

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